UNIGIS professional

Studieninhalte

Der UNIGIS professional Studiengang besteht aus 7 Kernmodulen und einem Wahlpflichtfach. Die Reihenfolge der Bearbeitung der Kernmodule ist durch einen allgemeinen Zeitplan vorgegeben.

M1: Einführung in die Geoinformatik

Neben einer allgemeinen Orientierung in die Arbeitsumgebung für den Studiengang findet hier eine Einführung in die Begriffswelt Geographischer Informationssysteme statt. Es werden unterschiedliche Anwendungsbereiche der Geoinformatik vorgestellt und Sie lernen auf allgemeine Informationsquellen zu GIS zuzugreifen. Neben einem Blick auf die Wurzeln von GIS werden derzeitige Trends und künftige Entwicklungen betrachtet. Wesentliche Teile dieses Modules bilden die Befähigung zur umfassenden Arbeit mit räumlichen Bezugssystemen sowie die Einarbeitung in die Software ArcGIS mit Hilfe des ESRI Virtual Campus Trainings.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Geographische Informationssysteme und verwandte Methoden bzw. Technologien
• Motivation der Anwendung Geographischer Informationsverarbeitung
• Entwicklungslinien von GIS, aktuelle Trends und zukünftige Perspektiven
• Spezifische Stärken und Schwächen von GIS
• Übersicht über das funktionale Spektrum
• Informationsquellen und Ressourcen
• Räumliche Bezugssysteme (Koordinatensysteme, geodätisches Datum, Datumstransformationen, Projektionen, verwendete Systeme in A, D und CH)
• Einarbeitung in die Software ArcGIS

M2: Geodaten - Modelle und Strukturen

Dieses Modul vermittelt einen profunden Überblick über gängige Datenstrukturen und -modelle der Geoinformatik. Es geht der zentralen Frage nach, wie die reale Welt in all ihrer Komplexität und räumlichen Strukturierung in Datenmodellen und -strukturen je nach Anwendungskontext optimal abgebildet werden kann. Nach Abschluss dieses Moduls sind Sie dazu befähigt, Eigenschaften dieser Strukturen und Modelle vergleichend zu beurteilen und eine sachgerechte Auswahl in konkreten Problemstellungen zu treffen. Daneben erhalten Sie einen Überblick über wichtige Standards, die eine systemübergreifende Arbeit mit Geodaten erlauben, sowie eine Einführung in die Geography Markup Language (GML), die beim Austausch und der Modellierung von Geodaten eine immer wichtigere Rolle spielt.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Räumliche Konzepte
• Stufen des Modellierungsprozesses
• Vektor – Modell
• Raster - Modell
• Repräsentation von Oberflächen
• Objektorientierte und hybride Modelle,
• Standards und OpenGIS (inkl. WMS, WFS, WCS)
• XML und GML
• Einarbeitung in die Software GeoMedia professional

M3: Geodaten - Erfassung und Quellen

Das dritte Pflichtmodul wendet sich den praxisorientierten Aspekten des 'Auffüllens' von Datenstrukturen mit realer Information zu. Das Modul zeigt Ihnen den praktischen Umgang mit alltäglichen Fragen der Geodatenerfassung und macht Sie mit Strategien für den Aufbau von Geodatenbasen vertraut. Es schafft eine Übersicht über primäre und sekundäre Erfassungsmethoden von Geodaten wie Photogrammetrie, GPS, Fernerkundung und Digitalisieren sowie über die vielfältigen Quellen (Stichwort Geodateninfrastrukturen) für digitale Geodaten.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Identifikation erforderlicher Datengrundlagen aus der Anwendungs und -nutzerperspektive
• primäre Erfassungsmethoden: Vermessung, Photogrammetrie, Laserscanning, GPS, Fernerkundung
• sekundäre Erfassungsmethoden: Digitalisieren, Scannen, Vektorisieren
• Raster-Vektor Konversion, Konversionsstrategien
• Daten mit indirektem Lagebezug (Adressverortung)
• Integration von Daten unterschiedlichster Formate
• Metadaten, Dokumentation und Datenkataloge
• Geodatenquellen und Geodateninfrastrukturen
• Projektmanagement

M4: Geo-DBMS

(Geo-)Datenbanken sind mittlerweile ein Kernbestandteil von Geographischen Informationssystemen. Verteilte Geodaten-infrastrukturen und deren Geodatendienste wären ohne Datenbanksysteme nicht realisierbar. Die im Rahmen des Moduls vermittelten theoretischen Grundlagen von Datenbanksystemen und SQL (Structured Query Language) werden in begleitenden praktischen Übungen und Aufgaben intensiv geübt, so dass Sie nach dem Modul in der Lage sind Datenbankschemata zu erstellen, SQL-Statements abzusetzen, und Datenbanken zweckorientiert aufzubauen bzw. einzubinden.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Arbeitsweise von Datenbanken
• Datenbankentwurf
• Relationale Datenmodellierung
• Normalisierung
• ER - Modellierung
• Client-Server Konzepte
• Datenbankanbindung an GIS
• SQL und SQL für Fortgeschrittene
• Grundzüge von GeoDBMS
• Einführung in räumliches SQL
• Praktische Übungen und Aufgaben mit konventionellen und räumlichen SQL-Frontends.

M5: Visualisierung und Kartographie

Das Erstellen von Karten ist längst nicht mehr nur Profis vorbehalten. Fast jeder, der mit GIS zu tun, gestaltet auch Karten – mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger zufriedenstellend. Da es bei Kartographie nicht bloß um Ästhetik geht, sind Kenntnisse über die Grundlagen der visuellen Kommunikation räumlicher Sachverhalte unerlässlich. Dieses Modul möchte in erster Linie dazu beitragen, dass Fachleute aus verschiedenen Bereichen besser mit dieser speziellen Form der (graphischen) Kommunikation von Information umgehen können.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Kartographie und visuelle Kommunikation
• Graphische Variablen
• Thematische und topographische Karten
• Signaturenentwicklung
• Karto(dia)gramme
• Multivariate Darstellungen
• Klassifikationsmethoden
• Visualisierung von Oberflächen
• Typographie und Schrift auf Karten
• Kartenblattgestaltung
• Ausgabe und Reproduktion

M6: Applikationsentwicklung und Softwareintegration

Zur Absolvierung dieses Studienplanpunktes kann entweder das Modul "Anwendungsentwicklung mit VB.NET" oder alternativ dazu das Modul "Geoprozessierung mit Python " belegt werden. Wir beraten Sie gerne welches Modul besser zu Ihren Voraussetzungen und Zielen passt. Sollten Sie beide Module belegen wollen können Sie das abgewählte Modul im Rahmen des Wahlpflichtfaches (s.u.) als optionales Modul absolvieren.

Anwendungsentwicklung mit VB.NET
Erstellung von GIS-Anwendungen mittels VB.NET. Themen sind:
• Anpassung und Modifizierung von ArcGIS 10
• Einführung in die objektorientierte Programmiersprache „Visual Basic .NET“
• Programmierung von GIS Anwendungen auf Basis von ArcObjects
• Integration von Programmcode in ArcGIS als Add-In

Geoprozessierung mit Python
Erstellung von kleinen Programmen zur Geoprozessierung mit der Open-Source Scriptsprache Python in ArcGIS. Themen sind:
• Einführung in die Open-Source Programmier- /Scriptsprache Python
• Grundlagen zur Programmierung mit Python (wichtige Syntax, Erweiterungsmöglichkeiten..)
• Einblick in das Geoprozessierungsmodell in ArcGIS
• Erzeugung, Modifizierung und Anwendung von Geoprozessierungs-Scripts mit Python
• Erstellung von Geoprozessierungstools in ArcGIS
• Neue Möglichkeiten mit Python in ArcGIS 10

M7: Räumliche Analysemethoden

Räumliche Analysemethoden sind ein zentrales Alleinstellungsmerkmal Geographischer Informationssysteme. Räumliche Analysemethoden werden dazu verwendet, um aus bestehenden Daten neue raumbezogene Information zu generieren, welche als Grundlage rationaler und transparenter Planungsentscheidungen unentbehrlich ist. In diesem Modul werden Sie mit den Grundlagen dieser Methoden und Techniken vertraut gemacht und erlernen den Umgang mit den wichtigsten Analysefunktionalitäten gängiger GIS-Software. Dabei wird anschaulich vermittelt, wie durch den Einsatz analytischer Methoden in Kombination mit zielorientierter kartographischer Visualisierung räumliche Zusammenhänge und Trends erfasst und räumliche Strukturen optimiert werden können.

Spezifische Modulinhalte sind u.a.:
• Gesamtüberblick über Methoden und Techniken der räumlichen Analyse
• Map Algebra
• Horizontale Techniken (Nachbarschaftsanalyse, Distanzfunktionen, Filter)
• Vertikale multithematische Integration (Verschneidung, Bewertung, Multikriterien-Verfahren)
• Räumliche Interpolationsverfahren
• Geländeanalyse (Neigung, Exposition, Einstrahlung, Sichtbarkeit etc.)
• Netzwerkanalyse (Abbiegerelationen und Kantengewichtung, Wegoptimierung, Allokation, etc.)

Wahlpflichtfach "Angewandte Geoinformatik"

Im Wahlpflichtfach wird Ihnen die Möglichkeit geboten Ihr Wissen in Spezialfächern unter Berücksichtigung eigener Interessen zu vertiefen. Die Absolvierung des Wahlpflichtfaches kann durch die Bearbeitung „optionaler Module“, durch externe Seminare und Fortbildungen wie die Fortbildung zum Geodatenmanager der AGIS GmbH, GI-bezogene Seminare der FOSS-Academy, Schulungsprogramme anderer außeruniversitärer Einrichtungen (z.B. Kurse am ESRI Virtual Campus), oder der Durchführung und Dokumentation eines GIS-Projektes erfolgen. Im Vollzeit-Lehrgang (UNIGIS eXpress) kann im Rahmen des Wahlpflichtfaches auch ein Betriebspraktikum absolviert werden.

 

Derzeit stehen folgende optionale Module zur Verfügung:

Developing Applications with OSM

EuroGIS

Fernerkundung

Geoapplikationen mit VB.NET

Geomarketing

Geoprozessierung mit Python

Landschaftsanalyse mit GIS

Oracle Spatial

Photogrammetrie im Dienste der Geoinformatik

Umweltmonitoring

Visualisieren von Geodaten mit SVG

Optionale Kurzmodule: Die folgenden optionalen Module haben einen geringeren Umfang und werden mit einer entsprechend geringeren Zahl an Credits (ECTS) bewertet:

Applications in Forestry

Applications in Coastal Zone Research and Management

GIS and Mountain Environments

GIS-Analysemethoden mit gvSIG

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